Nachgefragt: Lektorat Stolarz

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Das Hurraki Tagebuch stellt regelmäßig ein
Büro für Leichte Sprache vor.
Heute stellen wir das
Lektorat Stolarz vor.

Mathias Stolarz vom Lektorat Stolarz
hat auf unsere Fragen geantwortet.

Was bedeutet Leichte Sprache für Sie?

Leichte Sprache gehört für mich zu einer barrierefreien Kommunikation einfach dazu. Wenn die Texte zu komplex oder nicht anschaulich genug sind, ist das Verständnis gefährdet. Ich arbeite mit Leichter Sprache, weil ich ein Motto habe: „Ich will, dass Sie verstanden werden.“

Wer schreibt die Texte in Leichter Sprache?

Ich übersetze und schreibe die Texte selbst. Falls ich eine Umbruchkorrektur eines übersetzten Texts übernehme, hat den Text in der Regel vorher eine Kollegin oder ein Kollege geschrieben.

Welche Hilfsmittel benutzten Sie?

Ich nutze die verschiedenen etablierten Regelwerke, je nachdem, was genau vom Auftraggeber gewünscht ist. Falls ich Ideen für Übersetzungen brauche, nutze ich auch Wörterbücher wie Hurraki.

Wie werden die Texte auf Verständlichkeit geprüft?

Da ich als Lektor viel mit dem Verfassen verständlicher Texte zu tun habe, lege ich schon bei der Übersetzung großen Wert auf eine gute Verständlichkeit. Das benötigt zwar seine Zeit, aber dadurch fallen weniger Nachbearbeitungen an. Die Prüfung durch eine Prüfgruppe stellt der Auftraggeber selbst sicher.

Für wen schreiben Sie Texte?

Ich habe zum Beispiel für einen Wiesbadener Bildungsverlag, die Eduversum GmbH, die Übersetzung für Primolo.de angefertigt. Primolo soll Kindern im Alter von acht bis zwölf Jahren erklären, wie sie das Internet sicher nutzen und durch eigene Blogs oder Webseiten aktiv gestalten können. Für das Bundesministerium für Arbeit und Soziales habe ich an der Übersetzung der Broschüre zum Persönlichen Budget in Leichter Sprache mitgearbeitet und sie redaktionell bearbeitet. Die Broschüre hilft Menschen mit Behinderung sich zu entscheiden, ob sie das Persönliche Budget beantragen wollen. Für die Stiftung Jugend und Bildung habe ich den barrierefreien Internetauftritt und das Arbeitsheft in Leichter Sprache aus dem Medienpaket Sozialpolitik, das sich an Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I richtet, bearbeitet.

Was kostet ein Text in Leichter Sprache?

Im Moment kostet eine Normseite zwischen 60 und 90 Euro, je nach Schwierigkeitsgrad oder Verwendungszweck: Unternehmen zahlen mehr, öffentliche Einrichtungen oder caritative Vereine zahlen weniger. Es bringt ja nichts, wenn zwar alle Leute sagen, dass es mehr Leichte Sprache geben sollte, dann aber die Preise für die Auftraggeber nicht zu bezahlen sind.

Welchen Text sollte es in Zukunft unbedingt auch in Leichter Sprache geben?

Neben den behördlichen Schreiben und den politischen Informationen sind meiner Meinung nach auch Texte aus dem Gesundheitswesen, zum Beispiel Arztbriefe und Packungsbeilagen für Medikamente, enorm wichtig. Und belletristische Werke sollte man auch nicht vergessen! Lesen soll ja auch noch Spaß machen und unterhalten.

Hier geht es zum Lektorat Stolarz:
https://www.lektorat-stolarz.de/

Das ist die Adresse vom Lektorat Stolarz:
Jakob-Dieterich-Str. 13
55118 Mainz

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