Nachgefragt: Büro für Leichte Sprache: Klartext-GT

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Das Hurraki Tagebuch stellt regelmäßig ein
Büro für Leichte Sprache vor.
Heute stellen wir das
Büro für Leichte Sprache Klartext-GT vor.

Corinna Usling vom Büro für Leichte Sprache Klartext-GT
hat auf unsere Fragen geantwortet.

Was bedeutet Leichte Sprache für Sie?

Die Lebenshilfe Kreisvereinigung Gütersloh e. V. hat zum 01.06.2018 mit finanzieller Unterstützung der Aktion Mensch unter dem Namen „Klartext-GT“ ein Büro für Leichte Sprache eröffnet. Die Lebenshilfe Gütersloh sieht die Leichte Sprache als Muss für Organisationen, die mit Menschen mit geistiger Behinderung arbeiten, aber auch für alle anderen gesellschaftliche Bereiche, da nur so volle und wirksame Teilhabe ermöglicht werden kann.

Das Büro für Leichte Sprache stellt z. B. eine gute Ergänzung zu unserer Beratungsstelle dar, da es die Kommunikation mit der Zielgruppe unterstützt.

Um gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen sind wir als Unterstützer und Übersetzer gefragt, sprachliche und textliche Barrieren abzubauen.

Wer schreibt die Texte in Leichter Sprache?

Die Ausgangstexte sind entweder interne oder externe Dokumente der eigenen Organisation, anderen sozialen Einrichtungen und allen anderen gesellschaftlichen Bereiche z.B. Freizeit, Kultur und Politik. Insbesondere werden aber auch Behörden angesprochen und motiviert, Leichte Sprache zu verwenden.

Wird ein Text zu einem bestimmten Thema benötigt, dann schreiben die qualifizierten Übersetzter diesen und geben ihn in die Prüfung durch Menschen mit kognitiven Einschränkungen.

Welche Hilfsmittel benutzten Sie?

Wir nutzen das Regelwerk der Leichen Sprache und die Internetseite der Forschungsstelle der Uni Heidelberg, die sich immer wieder intensiv mit der Leichten Sprache auseinandersetzt und die wissenschaftlichen Erkenntnisse auf die praktische Umsetzung anwenden.

Des Weiteren bedienen wir uns dem Onlinewörterbuch „Hurraki“ sowie verschiedener Bildbibliotheken oder fertigen ggf. eigene Bilder / Illustrationen an.

Wie werden die Texte auf Verständlichkeit geprüft?

Ein durch die qualifizierten Übersetzer erstellter Text wird den ebenfalls qualifizierten Prüfern, das sind Menschen mit kognitiven Einschränkungen, zur Prüfung übergeben. Gemeinsam wird dann der Text ggf. so verändert, dass die Prüfer diese Text für gut befinden. Erst dann wird der Text freigegeben.

Für wen schreiben Sie Texte?

Aufgrund der Heterogenität der Zielgruppe, z.B. Menschen mit geistiger Behinderung, Senioren, Menschen mit Migrationshintergrund, kurz alle Menschen, die Lese- und Sprachverständnisschwierigkeiten haben, gestaltet sich auch der Kreis der Auftraggeber sehr vielfältig.

Hier sind alle Organisationen zu nennen, die mittelbar oder unmittelbar Texte verwenden, die auch Menschen mit Lese- und Sprachverständnisschwierigkeiten zugänglich gemacht werden müssen.

Allen voran sind dies soziale Organisationen, Behörden, Parteien, aber auch Museen oder andere Einrichtungen aus Freizeit, Kultur und Bildung.

Was kostet ein Text in Leichter Sprache?

Der Preis der Übersetzungsleistung ergibt sich aus dem Umfang und der Komplexität des Textes. Eine Hausordnung ist hierbei sicherlich anders zu bewerten als ein juristisches Dokument.

Grundsätzlich wird jedoch im Vorfeld gemeinsam eine Vereinbarung zu den Kosten getroffen.

Welchen Text sollte es in Zukunft unbedingt auch in Leichter Sprache geben?

Grundsätzlich sind hier alle Texte zu nennen, die für eine vollständige Teilhabe zu verstehen notwendig sind.
Interessant wäre es auch, die „Bibel“ zu übersetzen.

Hier geht es zum Büro für Leichte Sprache Klartext-GT:
http://www.klartext-gt.de

Das Büro für Leichte Sprache Klartext-GT bei Facebook:
https://www.facebook.com/lebenshilfe.gt

Das ist die Adresse vom Büro für Leichte Sprache Klartext-GT:
Carl-Bertelsmann-Straße 83
33332 Gütersloh

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