Nachgefragt: Büro für Leichte Sprache: Schriftgut

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Das Hurraki Tagebuch stellt regelmäßig ein
Büro für Leichte Sprache vor.
Heute stellen wir das
Büro für Leichte Sprache Schriftgut vor.

Marlene Seifert vom Büro für Leichte Sprache Schriftgut
hat auf unsere Fragen geantwortet.

Was bedeutet Leichte Sprache für Sie?

Leichte Sprache ist für viele Menschen ein Zugang zur Welt. Meine Rolle besteht darin, die Türen zur Welt zu öffnen.
Ich helfe dabei, dass man Themen, Abläufe oder andere Menschen besser versteht.
Mir selbst hilft Leichte Sprache dabei, schneller den Kern von einer Sache zu finden.
Leichte Sprache bedeutet für mich die Beschäftigung mit vielen verschiedenen Themen.
Und Leichte Sprache bedeutet für mich lebendiger Austausch mit den Prüfern, von denen ich sehr viel lerne.

Wer schreibt die Texte in Leichter Sprache?

Ich übersetze die Ausgangstexte in Leichte Sprache.

Welche Hilfsmittel benutzten Sie?

Ich hab anfangs viel mit dem Regel-Buch für Leichte Sprache gearbeitet.
Heute arbeite ich oft ohne Hilfsmittel oder ich hole mir Anregungen bei Hurraki.
Meist passe ich Erkärungen und Beispiele für schwere Wörter genau dem Thema vom Text an.

Wie werden die Texte auf Verständlichkeit geprüft?

Die Prüfgruppe von Mensch zuerst erhält meine Texte.
Dort prüfen mindestens 2 Menschen mit Lernschwierigkeiten die Texte.
Bei größeren Änderungen nach einer Prüfung sende ich Teile vom Text noch einmal zum Prüfen

Für wen schreiben Sie Texte?

Haus der Kunst, München (Übersetzung von Audioguides in Leichte Sprache, u.a. für Immendorff-Austellung, El Anatsui-Ausstellung)
Ergänzende und unabhängige Teilhabeberatung (Übersetzung der Internet-Seite der EUTB)
Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (Übersetzung von Texten zur Stärkung des Rad-Verkehrs in Thüringen)
Gedenkstätte Deutscher Widerstand (Übersetzung der Besucher-Broschüre zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus)
Regenbogenportal (Übersetzung von Texten für eine Internet-Seite zum Thema sexuelle Vielfalt)
Stadt Falkensee (Überstezung des Teilhabeplans und der Leitlinien zur informellen Einwohnerbeteiligung)
Stadt Kassel (Erstellung eines Glossar für schwere Verwaltungs-Wörter)
LIGA Selbstvertretung Thüringen (Übersetzung eines Positions-Papiers)

Was kostet ein Text in Leichter Sprache?

Wir erstellen stets einen individuellen Kostenvoranschlag für jede Anfrage. Wir bitten um den Ausgangstext, um den Schwierigkeitsgrad des Asgangstextes herauszufinden. Die Dauer der Bearbeitung hängt davon ab, wie viele schwere Wörter wir erklären müssen. Bei unseren Angeboten setzen wir folgende Stundenpreise an:
Übersetzung: 75,- €/ h
Prüfung: 60,- €/ h
Mensch zuerst zahlt den Prüfern den gesetzlich festgeschriebenen Mindestlohn. Damit werden Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen finanziert, die außerhalb von Werkstätten für Menschen mit Behinderungen liegen.

Welchen Text sollte es in Zukunft unbedingt auch in Leichter Sprache geben?

Es sollte auf jeden Fall mehr Texte im Bereich Kultur, Tourismus, Breitensport und Kunst geben. Dieser Bereich ist derzeit noch nicht so zugänglich wie gesellschaftspolitische Themenwelten. Museen machen schon viel im Bereich Leichte Sprache, aber Hörführungen wie im Haus der Kunst in München sollte es in viel mehr Kunstmuseen, Erinnerungsorten und Gedenkstätten geben. Außerdem sollte bei Veranstaltungen und Beteilgungsformaten auf kommunaler Ebene und im Freizeit-, Sport- und Kulturbereich mehr Verstehensassistenz angeboten werden, damit Menschen mit Behinderungen und Lernschwierigkeiten gut mitbestimmen und mitmachen können.

Hier geht es zum Büro für Leichte Sprache Schriftgut:
https://www.schriftgut.info/

Das ist die Adresse vom Büro für Leichte Sprache Schriftgut:
Mehringdamm 115
10965 Berlin

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