Nachgefragt: Büro für Leichte Sprache: Textoskop

Leichte Sprache Logo von Inclusion Europe

Leichte Sprache Logo von Inclusion Europe

Das Hurraki Tagebuch stellt regelmäßig ein
Büro für Leichte Sprache vor.
Heute stellen wir das
Büro für Leichte Sprache Textoskop vor.

Constanze Reißig vom Büro für Leichte Sprache Textoskop
hat auf unsere Fragen geantwortet.

Was bedeutet Leichte Sprache für Sie?

Ich mag die Idee der Barrierefreiheit in der Sprache – dass Menschen mit den unterschiedlichsten Voraussetzungen einen Zugang zu Texten erhalten. Das ist noch immer keine Selbstverständlichkeit. Allerdings bringt die steigende Nachfrage, auch forciert durch die gesetzlichen Verordnungen, Zuversicht.
Nur wer Informationen versteht, erhält einen besseren Zugang zur Gesellschaft, zur Politik, zur Kultur. Teilhabe ist ein wesentlicher Aspekt für ein gelingendes Zusammenleben. Ganz nach dem Motto: Sprache ist für alle da!
Zudem schafft Leichte Sprache die Möglichkeit, generell über Kommunikation nachzudenken. Inhalte transparenter zu gestalten, eine klare Struktur zu schaffen, Texte auf ihre Usability hin zu prüfen – das ist für jede Zielgruppe wünschenswert.

Wer schreibt die Texte in Leichter Sprache?

Ich schreibe die Texte in Leichter Sprache. Darüber hinaus berate ich Kunden bei der Layout-Gestaltung, bei der Konzeption von Webseiten und bei der Erstellung von PDF-Dokumenten. Der Text selbst ist nur ein Baustein bei der barrierefreien Kommunikation.

Welche Hilfsmittel benutzten Sie?

Viele verschiedene – das Regelwerk des Netzwerks Leichte Sprache und der Organisation Inclusion Europe, den Kriterienkatalog von capito, Wörterbücher, die BITV 2.0…

Wie werden die Texte auf Verständlichkeit geprüft?

Ich arbeite mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Büros für Leichte Sprache zusammen, die meine Texte in Prüfgruppen geben. Aktuelle bin ich auch dabei, mir eine eigene Prüfgruppe mit Menschen mit Lernschwierigkeiten aufzubauen.
So eng mit der Zielgruppe zusammenzuarbeiten, empfinde ich als sehr bereichernd. Man erkennt sehr deutlich, wenn etwas nicht funktioniert. Und man erhält eine gute Einsicht, wie der Text rezipiert wird. Die Teamarbeit ist in jeder Hinsicht ein wichtiger Aspekt bei der Arbeit mit Leichter Sprache.

Für wen schreiben Sie Texte?

Meine Auftraggeber sind Behörden und andere Organisationen. Ich schreibe hauptsächlich Informationstexte für Print und Online.

Was kostet ein Text in Leichter Sprache?

Das hängt vom Ausgangstext ab: Wie viele Seiten umfasst der Text? Welchen Schwierigkeitsgrad hat er? Gibt es Textstellen, die sich nicht für die Übersetzung eignen? Müssen Informationen ergänzt werden?
Auf dieser Bewertungsgrundlage erstelle ich ein Angebot.
Dazu kommen die Kosten für die Prüfgruppe und ggf. Beratungskosten.

Welchen Text sollte es in Zukunft unbedingt auch in Leichter Sprache geben?

Leichte Sprache sollte eine Selbstverständlichkeit sein und deshalb in allen Bereichen mehr verankert werden – in der städtischen Verwaltung, im kulturellen Bereich (Hörbücher fände ich spannend), bei den Print-, Online- und Fernsehnachrichten, bei der Bildung… Das ist das Gute an Leichter Sprache. Sie kann für jeden Bereich neue Perspektiven eröffnen.

Hier geht es zum Büro für Leichte Sprache Textoskop:
https://textoskop.de/

Das ist die Adresse vom Büro für Leichte Sprache Textoskop:
Lutherstraße 31a
06886 Lutherstadt Wittenberg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.